Annotation
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Pizarro:
Hauptmann, besteigen Sie sogleich mit einem Trompeter den Turm.
Sobald Sie einen Wagen, von Reitern begleitet, auf der Straße von Sevilla sehen, lassen Sie augenblicklich ein Signal geben.
Verstehen Sie? Augenblicklich!
Sie haften mir mit Ihrem Kopf dafür.
Fort, auf eure Posten!
Rocco!
Rocco:
Herr!
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Pizarro:
Jetzt, Alter, jetzt hat es Eile!
Dir wird ein Glück zu Teile,
du wirst ein reicher Mann;
(wirft ihm einen Beutel zu) das geb’ ich nur daran.
Rocco:
So sagt doch nur in Eile,
womit ich dienen kann!
Pizarro:
Du bist von kaltem Blute,
von unverzagtem Mute durch langen Dienst geworden.
Rocco:
Was soll ich? Redet!
Pizarro:
Morden!
Rocco:
Wie?
Pizarro:
Höre mich nun an!
Du bebst? Bist du ein Mann?
Wir dürfen gar nicht säumen, dem Staate liegt daran,
den bösen Untertan schnell aus dem Weg zu räumen.
Rocco:
O Herr!
Pizarro:
Du stehst noch an?
(für sich)
Er darf nicht länger leben, sonst ist’s um mich gescheh’n. Pizarro sollte beben?
Du fällst, ich werde steh’n.
Rocco:
Die Glieder fühl’ ich beben,
wie könnt’ ich das besteh’n? Ich nehm’ ihm nicht das Leben, mag, was da will, gescheh’n. Nein, Herr, das Leben nehmen, das ist nicht meine Pflicht.
Pizarro:
Ich will mich selbst bequemen, wenn dir’s an Mut gebricht.
Nun eile rasch und munter zu jenem Mann hinunter, du weißt ...
Rocco:
... der kaum mehr lebt und wie ein Schatten schwebt?
Pizarro:
Zu dem, zu dem hinab! Ich wart’ in kleiner Ferne, du gräbst in der Zisterne sehr schnell ein Grab.
Rocco:
Und dann? Und dann?
Pizarro:
Dann werd’ ich schnell, vermummt, mich in den Kerker schleichen:
Ein Stoß.
(zeigt den Dolch)
... und er verstummt!
Rocco:
Verhungernd in den Ketten, ertrug er lange Pein,
ihn töten, heißt ihn retten, der Dolch wird ihn befrei’n.
Pizarro:
Er sterb’ in seinen Ketten,
zu kurz war seine Pein!
Sein Tod nur kann mich retten, dann werd’ ich ruhig sein!
Jetzt, Alter, jetzt hat es Eile! Hast du mich verstanden?
Du gibst ein Zeichen;
dann werd ich selbst, vermummt, mich in den Kerker schleichen;
Ein Stoß – und er verstummt!
Rocco:
Verhungernd in den Ketten, ertrug er lange Pein,
ihn töten, heißt ihn retten, der Dolch wird ihn befrei’n.
Pizarro:
Er sterb’ in seinen Ketten,
zu kurz war seine Pein!
Sein Tod nur kann mich retten,
dann werd’ ich ruhig sein!
(Sie gehen ab.)
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Leonore:
(tritt in heftiger innerer Bewegung von der anderen Seite auf und sieht den Abgehenden mit steigender Unruhe nach)
Abscheulicher! Wo eilst du hin?
Was hast du vor in wildem Grimme?
Des Mitleids Ruf, der Menschen Stimme,
rührt nichts mehr deinen Tigersinn!
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Relationships
| composer: | Ludwig van Beethoven (German composer) (in 1814) |
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| additional librettist: | Georg Friedrich Treitschke |
| librettist: | Jean-Nicolas Bouilly |
| translator: | Joseph Sonnleithner |
| part of: | Fidelio, op. 72: Akt I (order: 16) |
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